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Jom Kippur

(Tag des Gerichts)

 

 

Dieser Tag ist ein von Gott festgelegter Festtag, aber er ist nicht fröhlich, sondern feierlich.

An diesem Tag wurde im Tempel ein Sündopfer für die Sünde des ganzen israelitischen Volkes dargebracht. Aber jedes Mitglied der israelitischen Gemeinschaft wurde zur Demut aufgerufen:

 

Biblische Grundlagen

 

Erst in Lev 23 und Num 28-29 findet er seine Aufnahme in die alttestamentlichen Festkalender. Diese Texte geben Auskunft über Namen und Datum des Festes, fordern Arbeitsruhe und Fasten und erteilen knappe Opferanweisungen (Lev 23,26-32; Num 29,7-11). Die umfangreichste Darstellung bietet Lev 16. Hier sind die Ritualhandlungen des Tages umfassend wiedergegeben. Außerhalb von Festkalendern und Ritualanweisungen ist der Jom Kippur nur noch in Lev 25,9 genannt. An diesem Tag wird, dem Text gemäß, das Jubeljahr eröffnet.

 

Der Jom Kippur

 

Der Jom Kippur ist ein hoher Feiertag, ein shabbat shabbātôn („hoher Sabbat“; Lev 23,32), geprägt durch kultische Sühne, Arbeitsruhe und Fasten. Es ist ein Feiertag, der das ganze Land betrifft. Ihn einzuhalten ist jeder in Israel aufgerufen, auch die Fremden (Lev 16,29), denn schließlich wird an diesem Tag Sühne für ganz Israel gewährt. Nichts und niemand im Lande soll die Heiligkeit dieses Tages stören, denn er ermöglicht die Beibehaltung des Gottesdienstes durch Versöhnung und damit Leben gewährende Gottesnähe.

 

Name und Datum des Feiertages 

 

Der Name des Feiertages leitet sich von dem Verb kpr Pi. ab. Seine Grundübersetzung lautet „entsühnen“ „kultisch reinigen“. Es ist der Sühnetag, der Versöhnungstag. Die heute gebräuchliche Bezeichnung „Jom Kippur“ wird in den biblischen Texten nicht genannt. Dort ist nur eine Pluralform belegt (jôm hakkippurîm „Tag der Sühnungen“), nämlich in Lev 23,27; Lev 25,9 mit Artikel und in Lev 23,28 ohne Artikel.

 

Das Datum wird mit dem zehnten Tag des siebten Monats, dem Monat Tischri, angegeben. Lev 23,32 ist noch präziser in der Angabe und formuliert, im Rückgriff auf den Ruhetagscharakter des Jom Kippur, dass er vom Abend des neunten Tages des Monats bis zum Abend des zehnten Tages des Monats zu begehen sei.

„Ihr sollt fasten“ (4. Mose 29, 7), denn „von allen euren Sünden werdet ihr gereinigt vor dem HERRN“ (3. Mose 16, 30).

 

Daraus folgt, dass das Opfer, welches für das ganze Volk dargebracht wurde, nur diejenigen reinigte, die wirklich ihr Herz auf Gott ausgerichtet hatten (also die, die sich demütigten, ihre Sünden vor Gott brachten und fasteten) und glaubten, dass das Opfer für sie persönlich dargebracht wurde.

 

Biblische Praxis

 

Die zehn Tage vor dem Fest heißen „Tage des Zitterns“, in dieser Zeit prüften die Juden ihr Herz, demütigten ihre Seelen, bekannten ihre Sünden vor Gott und voreinander, hörten auf zu streiten und vertrugen sich mit ihren Nächsten.

 

Am Tag des Festes hat man nicht gearbeitet, es war üblich sich in einen Sack zu kleiden und sein Haupt mit Asche zu bedecken. Das war ein Trauerritus und stand symbolisch für die Reue seiner Sünden.

 

Bedeutung für uns als Nachfolger Jesu

 

Das Opfer, welches jedes Jahr an Jom Kippur dargebracht wurde, deutete auf das vollkommene Opfer des Messias hin, welches Er einst darbrachte für die ganze Menschheit, zur Rettung aller Menschen, der Juden zuerst und ebenso der Griechen (Nichtjuden)(Röm. 1, 16).

 

Doch nur für diejenigen, die ihre Herzen auf Gott und das von ihm angebotene Opfer ausrichten, gilt dieses Opfer und nur sie werden dadurch gereinigt.

Und genau wie das „alttestamentliche“ Opfer, reinigt auch das „neutestamentliche“ Opfer des Messias nur die, die sich vor Gott gedemütigt haben, ihre Sünden vor ihn gebracht haben und die sich schuldig bekannt haben dafür, dass der Messias unschuldiges Blut für sie vergießen musste.

 

Traditionen

 

An diesem Tag fasten viele messianische Gläubige, viele Organisationen rufen zu einem Gebets- und Fastentag auf, beim Gottesdienst wird auf Kaffee und Kuchen verzichtet.

 

Die Traditionen sind unterschiedlich: Manche entleeren ihre Taschen von Staub, schütteln sie über dem Wasser aus (das ist ein moderner jüdischer Ritus). Das wird gemacht zum Zeichen dafür, dass Gott versprochen hat, er werfe „alle unsere Sünden in die Tiefen des Meeres“ (Micha 7,19).

In den Gottesdiensten wird an diesem Tag von der Erlösung, vom Sündopfer gepredigt, es finden Aufrufe zur Bekehrung statt und zur Demut vor Gott.

 

Es ist auch üblich an diesem Tage einander zu wünschen, dass man ins „Buch des Lebens“ eingeschrieben wird, wo nur die Namen der Geretteten stehen. Doch als Gläubige an Jeschua den Messias sind wir unserer Rettung sicher und äußern diesen Wunsch gegenüber denen, die diese Gewissheit nicht haben...