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Das Vaterunser (Mat. 6)

 

Eigentlich handelt es sich bei diesem Gebet nicht um etwas „Neues“, was wir allzu oft hören, wenn die sog. Amtskirchen von dem „Gebet des Herrn“ reden.

 

Tatsächlich ist dieses Gebet durch und durch jüdisch und spiegelt wider die beiden damals schon bekannten Gebete Amidah oder Sch’moneh esreh (die 18 Segnungen) und das Kaddish. 

Viele jüdische Gebete auch schon zur Zeit Jeshuas (Jesu) begannen mit   „Unser Vater im Himmel …“  Avinu sh’ba shamayim …

Allerdings, wo es heißt in Matt. 6:13 „… und führe uns nicht in Versuchung ..“  wissen wir heute, dass dies klar ein Übersetzungsfehler ist.

Eigentlich sollte da stehen: „Du führst uns, auch in der Versuchung.“ Der Sinn dieser Übersetzung wird zum einen Mal verstärkt durch die Erklärungen in Lukas 11:11-13. Zum anderen Mal wird die bisher gebräuchliche Version mit der Bitte, dass Gott uns nicht versuchen möge ad absurdum geführt bei Jak. 1:13+17  „Gott versucht nicht …“

 Er führt uns …. Auch in der Versuchung

Die Zehn  Gebote (Exodus 20)

 

Wir lesen in fast allen Bibelübersetzungen immer:  „Du sollst nicht …“ als Verbot dieses oder jenes zu tun.

Tatsächlich aber stimmt dies nicht mit dem hebräischen Original überein. Dort wird kein verneinender Imperativ gebraucht. Das Verneinungswort bei einem persönlich adressierten Verbot (wie hier klar der Fall) müsste eigentlich אל (al) sein. In Exodus wird jedoch לא (lo) benutzt. Dies bedeutet, dass  es sich hier um eine Form des Futur, der Zukunft, handelt.

Dies ergibt dann für uns einen neuen Sinn:

 

  • Du wirst nicht töten

  • Du wirst nicht ehebrechen

  • Du wirst nicht stehlen  etc.

 

Aber:

mit einer konditionalen Vorbedingung, die sich aus dem eigentlichen ersten Gebot ergibt

  • „Ich bin ADONAI, dein Gott, der dich aus dem Land Ägypten aus der Sklaverei führte.“ Ex.20:2

(deshalb, wenn du mich als deinen Gott akzeptierst, )

wirst du nicht töten, ehebrechen, stehlen etc. Daraus können wir dann schließen, wenn wir diese Dinge trotzdem tun, lassen wir damit erkennen, dass wir Gott nicht als unseren Herrn anerkennen. Resultat: wir trennen uns von Gott, was wiederum die Definition von Sünde ist: ˃ Getrennt sein von Gott <