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Pfingsten / Shavuot

 

Nach der ursprünglichen Zeitrechnung findet Pfingsten 2014 statt am 3. Juni, d.h. 49 Tage oder 7 Wochen nach dem 2 Tag von Pessach (Ostern):

 

15 Danach sollt ihr Zählen vom Tage nach dem Sabbat, da ihr die Webegarbe brachtet, sieben ganze Wochen;  bis an den Tag nach dem siebenten Sabbat, nämlich fünfzig Tage, sollt ihr zählen und neues Speisopfer dem HERRN opfern,   (3Mos 23:15)

 

Der Ausdruck Omer-Zählen (oder Sefirat Ha’omer, hebräisch: ספירת העומר, wörtl. „Garbenzählen“) bezeichnet das rituelle Zählen eines jeden der 49 Tage zwischen den jüdischen Festen Pessach und Schavuot.

Zwischen Pessach und Schavuot, dem Wochenfest, wird Omer („Garben“) gezählt; der Brauch gründet im landwirtschaftlichen Charakter des jüdischen Jahres. Pessach feiert nicht nur die Befreiung der Juden aus der ägyptischen Knechtschaft und die Begründung des Volkes Israel, sondern war auch das Dankfest für die ersten Früchte des Jahres. Noch vor dem ersten Brot aus der neuen Ernte wurden Garben in den Tempel gebracht (3. Mose 23,9).

Am Ende des Omer-Zählens wird Schavuot gefeiert. Die 50 Tage der Omer-Zeit sind die Zeit zwischen dem Beginn der Gerstenernte und dem Ende der Weizenernte.

 

Das Omer-Zählen ist ritualisiert und läuft so ab:

 

Der erste Tag, ab dem gezählt wird, ist der 2. Seder-Abend. Man spricht: „Heute ist ein Tag seit dem Omer.“

Am zweiten Tag heißt es: „Heute sind es zwei Tage seit dem Omer“ und so fort.

Am achten Abend sagt man: „Heute sind es acht Tage, das sind eine Woche und ein Tag nach dem Omer.“

 

Shavuot, das sog. Wochenfest wird am 7 Siwan gefeiert. Dies entspricht der rabbinischen Interpretation der Torah, wo begonnen wird am ersten Tag nach Pessach, d.h. am 16 Nisan, zu zählen. Dabei wird der 15 Nisan als Shabaton, d.h. als besonderer Shabbat verstanden.

Shavuot ist eines der drei Erntefeste Pessach, Shavuot und das Laubhüttenfest Sukkot. Diese waren mit Wallfahrten nach Jerusalem verbunden. Landwirtschaftlich erinnert Shavuot an die Zeit, wenn die Erstfrüchte der Weizenernte ins Tempel gebracht wurde, daher bekannt als  Hag ha-Bikkurim.

Historisch erinnert Shavuot an das Geben der Torah am Berge Sinai. Das Volk, bestehend aus den 12 Stämmen Israels sowie aus begleitenden Völkern aus den Nationen, wurde zu dem Bündnisvolk Israel.

So kann auch Shavuot verstanden werden als Hochzeitstag zwischen Gott und Israel, wobei die Torah den Ehevertrag darstellt (Ketubah). In einem jüdischen Midrash wird dabei erzählt, dass Gott allen damaligen 70 Nationen die Torah anbot, d.h. ihnen  anbot sein Bündnisvolk zu werden. Nur die Israeliten nahmen dieses Angebot an.

Im Messianischen /Nazarenischen Judentum wird die Torah verstanden  als  „Lehre“ oder „Weg“ Gottes um die Beziehung zwischen Gott und den Menschen bzw. zwischen den Menschen zu gestalten. Wir streben daher an die Torah einzuhalten aus Liebe zu Yeshuah, der derjenige war, der die Torah auf dem Berg Sinai gab („Wenn ihr mich liebt haltet Ihr meine Gebote“). Es geht dabei nicht um Errettung, denn wir werden einzig durch die Gnade Gottes bzw. durch den Glauben an den Opfertod Yeshuahs errettet.

So wie Gott dem Volk Israel damals bei der Gesetzgebung im Feuer erschien (2. Mose 19,18), so wurde Gottes neues Gesetz (Jeremia 31,31-33 / Hesekiel 36,26-27/ Römer 8,2) durch Feuerzungen an Schavuot in Jerusalem sichtbar. Als der Heilige Geist an Pfingsten mit starkem Brausen, vergleichbar mit dem Heulen eines Orkans, auf die Jünger herabkam, waren Juden aus allen Ländern der Welt in Jerusalem zusammengekommen, um an Schavuot ihre Erstlingsgabe darzubringen. Die Menschen hörten einen Donner, ähnlich wie in 5. Mose 5,22 und 2. Mose 19,16, wo die Stimme Gottes beschrieben ist. Woran muss ein Jude deshalb gedacht haben? Wahrscheinlich an den Bundesschluss am Sinai, bei dem Gott die Zehn Gebote (Tora) gab und bei dem eine ähnliche Erscheinung stattfand. In Jerusalem kam die Herrlichkeit Gottes zu den Menschen, jedoch nicht Angst einflößend wie am Sinai, sondern Neugier weckend. Als der Heilige Geist an Pfingsten kam und in der Gestalt von Feuerzungen auf den Köpfen der Jünger Jesu erschien, erfüllte sich die Prophetie aus Joel 3,1-5. Das Gesetz Gottes, das mit dem Gesetz vom Sinai identisch ist, wurde in die Herzen der Menschen geschrieben (Jer. 31,33; Hes. 36,26). Durch das Kommen des Heiligen Geistes auf die Jünger Jesu wurde die Gemeinde Jesu geboren (Apg. 2). Damit wurde die messianische Bedeutung des Festes erfüllt. Pfingsten / Schavuot ist somit die Geburtsstunde Israels als Gottesvolk und der Gemeinde als Volk des Herrn. Indem die Ersten, die in den Leib Yeshuahs aufgenommen wurden, Juden waren, hat sich auch der Erstlingsaspekt des Festes erfüllt. Als an Schavuot der Heilige Geist ausgegossen wurde, kamen 3000 Juden zum Glauben an Jeschua, den Messias. Sie gründeten die erste Gemeinde, die vorerst nur aus Juden bestand und die nun gemäß Paulus Römer 11 nun offen war für alle Nationen mit dem Angebot an alle zu Israel dazuzugehören, zum Volke Gottes. Gerade am Pfingsten / Schavuot sollte es jedem Nachfolger Jesu klar sein, dass Yeshuah nicht kam, eine neue Religion zu gründen, sondern: als der versprochene Messias des Alten Bundes hat er einen Neuen Bund geschlossen mit Israel und den Nationen wobei nun jeder, auch Nicht-Juden,  Teil des Volkes Gottes werden kann, ein Teil  Israels. Wir, die wir an Yeshuah als den Messias glauben gehören jetzt zu Israel dem Volk Gottes und haben Anteil an allen Segnungen des Herrn.